Tag 0: UMTS statt ADSL

(Der Tag 0 kommt nicht genau vor dem Tag 1, aber was soll’s. Es geht um die Phase zwischen Gründung und HR-Eintrag.)

An einem späten Sonntagabend habe ich einen schweren Holzschreibtisch (schon einige Jahrzehnte alt, vorher bei Zeix, davor beim Kanton Zürich im Einsatz) von zu Hause ins St. Galler Büro geschleppt. Seit wir bei Zeix dienstbare Geister wie Stefano haben, habe ich ganz vergessen, wieviel Firmengründung mit Schleppen zu tun hat; im Jahr 2000 haben wir den ganzen Sommer lang nur Möbel durch die Gegend geschleppt, sobald es irgendwo etwas günstig gab.

Am Montag, dem 22. Mai, sitze das erste Mal im neuen Büro. Die Infrastruktur könnte frustrierender nicht sein:

  • Der ISDN-Telefonanschluss ist gelegt, aber ich weiss nicht, wo mein ISDN-Telefon ist, das ist beim letzten Umzug im August in irgendeine Kiste gepackt habe.
  • Das ADSL-Signal ist aufgeschaltet, das Passwort per Brief eingetroffen, aber das bestellte ADSL-Modem bisher nicht geliefert worden.
  • Ich bin also den ganzen Tag mit UMTS online und übertrage erstmals über 50 MB an einem Tag. Das ist zwar auch einigermassen schnell, aber auf die Dauer doch sehr ermüdend, vor allem die Latenzzeiten (ab dem Klick bis Daten kommen) sind viel länger als bei DSL, was einem erst jetzt richtig auffällt.
  • Ich habe einen ehemaligen Zeix-Drucker mitgebracht (Treiber ist schon installiert) und denke, auf dem kann ich per USB drucken. Aus irgendeinem komischen Grund ist das ganz kompliziert, es fehlt ein Treiber aus der Windows-Installation; nach einer Stunde Probieren ist es mir zu doof, weil der Drucker ja sowieso bald am Netz hängt.
  • Ich habe noch einen zweiten alten Medion-PC mit, aber kein Schweizer Stromkabel, sondern nur ein deutsches und keinen Adapter.

Eine Woche später, 29. Mai, habe ich den zweiten St. Galler Bürotag. Das bestellte ADSL-Modem ist immer noch nicht da, aber inzwischen habe eins aus Zürich mitgebracht. Wie anders doch die Welt gleich aussieht, wenn man eine schnelle Internetleitung hat. Am Abend fahre ich nochmal ins Büro. Ich will endlich mal die Stellenanzeige an der HSG für einen oder zwei Praktikant(innen) schalten. Ich bin nicht sicher, ob jemand Lust auf eine Firma hat, die noch gar nicht existiert, aber einen Versuch ist es wert, obwohl es 130 Franken kostet.

Dabei fällt mir auf, dass ich die Frage nach dem Blogwerk-Logo auch bisher vor mir hergeschoben habe – deswegen gibt es auch noch keinen Blogwerk-Blog. Soll ich wieder eine Grafikerin anheuern, wie bei dem neuerdings-Header? Oder selbst basteln? Ich entscheide mich für erstmal basteln und in zwei Monaten weitersehen. Um zwölf Uhr rufe ich meinen Freund Hardy wegen Feedback zu einigen Entwürfen an. Zu meiner Freude findet er die gleiche Variante wie ich am besten. Das reicht also mal für eine Ausschreibung, die ja ohnehin nur HSGler lesen werden. Um drei Uhr schicke ich die Stellenanzeige ab und gehe nach Hause. Schon praktisch, wieder nur fünf Minuten nach Hause zu brauchen und nicht mehr 1:40 h (Tür zu Tür mit öV) wie von Zeix nach St. Gallen. Ich versöhne mich langsam mit dem neuen Standort.

 

Pingbacks

  1. [...] Das Büro in St. Gallen hatte ich schon auf den 1. Mai gemietet. Und gleich erstmal allen möglichen Kram von zuhaus, der im weitesten Sinne etwas mit der neuen Firma zu tun haben könnte (oder der mir dort seit einem Jahr im Weg stand, etwa eine Kiste mit einem Knäuel aus Modems, Mäusen, Headsets und diversen Kabeln), dorthin geschleppt. Solange ich nur allein lethargisch dort rumhockte, kein Problem, aber seit wir jetzt zu dritt sind, schon ziemlich nervig. Und so nutzten heute Christina und Roman die Gelegenheit, dass ich Zürich-Tag hatte, alles aufzuräumen. [...]

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