Ich habe in meiner Standardpräsi als letzten Slide eine Liste «Fünf Empfehlungen für Marketer und Onliner». Man muss ja den Leuten etwas geben, das sie am nächsten Tag umsetzen können und das eben nicht «Machen Sie ein Riesenfacebookprojekt» ist.
Erzähle dort immer die folgenden fünf Punkte (ist eine von sehr wenigen Textfolien, wenn ich das zu meiner Verteidigung sagen darf, lieber Jörg Pöhm).

1. Niemand muss sofort seine ganze Kommunikation auf Social Media abstützen. Jetzt (early mover!) mit überschaubarem Budget experimentieren reicht.
Diesen Punkt habe ich dort schon seit zwei Jahren stehen. Stimmt leider im wesentlichen immer noch. Aber bald kann ich es dann mal rausnehmen, bald ist man nicht mehr automatisch cool und früh dran, wenn man was mit Social Media macht, sondern man sollte schon auch was Gutes machen. Hm… wo wir gerade drüber reden, nehme ich es jetzt raus, für den nächsten Auftritt.
2. Man braucht eigentlich keine Agentur (wenn man selbst Zeit zum Üben hat).
Finde ich. Wenn der Kunde es — das inhaltliche, also twittern, bloggen, Kommentare beantworten — selbst macht, ist das besser, als wenn wir es für ihn machen. (Da die meisten finden, sie haben keine Zeit, werden wir trotzdem noch satt.)
3. Eröffnen Sie einen privaten Twitter- oder Facebook-Account (und nutzen Sie ihn auch!).
Machen die meisten inzwischen. Also Facebook, nicht Twitter, aber immerhin.
4. Kaufen Sie sich ein iPhone oder ein Google-Android-Handy (HTC, Motorola) und nutzen Sie einige Apps.
An der Stelle sage ich immer noch, um am Ende nochmal ein bisschen zu provozieren und die Eingeschlafenen wieder zu wecken: «Wenn Sie ein Nokia-Handy haben, werfen sie es weg, die sind hoffnungslos abgehängt.» (Hoho im Publikum.)
Das fand ich immer etwas heftig (zumal Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser nach wie vor behauptet, es stimme nicht, und ich sei nur ein durch Apple-Marketing eingelullter iPhone-Fan) — aber was schreibt heute Meedia-Verleger Dirk Manthey (lebt in Kalifornien, wie Peter Sennhauser auch) in seinem Artikel «Dirk Mantheys Medientrends für 2010»:
Der Verlierer im Kampf dieser Giganten steht heute schon fest: es ist Nokia, mit 37 Prozent Marktanteil noch der führende Handy-Hersteller der Welt. Aber die Betonung liegt auf “noch”. Gegen Apple & Google dürfte Nokia chancenlos sein. In den USA heißen die Nokia-Handys inzwischen “Dumb-Phones”. Und die Nokia-Flagship Stores in New York und Chicago werden gerade geschlossen…
Ich habe immer noch zwei Nokia-Handys, die ich regelmässig nutze, und ich muss sagen: Es stimmt.
Zu guter Letzt und der Vollständigkeit halber noch:
5. Sperren Sie den Content nicht auf Ihrer Website ein, sondern pushen Sie ihn in Social Media.
Davon ein anderes Mal mehr.
[...] Social-Media-Aktivitäten allein angeschoben hat. Echt. Kann man wirklich machen. Ich sag ja selbst weiter unten, man braucht eigentlich gar keine [...]