Finde die Gratis-Policy von Balsamiq Mockups ziemlich gut: Sie vergeben an Jan und alle Mann ein Gratis-Exemplar, in der Hoffnung, dass sie umso mehr verkaufen, indem sie viel verschenken.

Soweit nichts Neues natürlich. Trotzdem könnten Kleingeister denken: Oh, soo vielen Leuten wollen sie das gratis geben, wer soll denn dann überhaupt noch was kaufen?
Hier die Vergabe-Policy mit der langen Liste der potenziellen Gratisempfänger:
To get a free license key, you can do one of the following.
- If your company bought Mockups for Confluence, JIRA or XWiki, ask your IT admin for your company’s license information and use it FREE of charge.
- If you are a do-gooder of any sort (non-profit, charity, open-source contributor, you get the idea), email us with a short blurb and we’ll send you a license, FREE of charge.
- If you are a technical/software blogger or journalist willing to write us up (honest reviews are the most useful to us) email us a short blurb with the link to your blog and we’ll send you a license, FREE of charge, so that you can evaluate Mockups properly.
- If you are willing to demo Mockups to an audience of at least 15 professionals (at a team meeting, user group, a conference, a BarCamp), email us your info and we’ll give you two licenses, one for you to keep and one to give away at the event, FREE of charge.
- If you teach a high-school class, email us the name of your school and your class, plus the number of students in your class. We will send you a license for all of them.
Ich glaube:
1. Dass die Liste eigentlich zu lang ist und zu kompliziert. Weniger (im Sinne von weniger Varianten) wäre mehr gewesen. Und man hätte es besser formatieren können (die ollen Regeln von 1997 sind immer noch richtig), die Seite ist zu lang und unübersichtlich.
2. Dass es trotzdem funktionieren könnte. Im Meer der inzwischen vorhandenen Prototyping-Tools wird jemand kaum auffallen, der sein Produkt nicht mit einer recht aggressiven Multiplikatoren-Vertriebsstrategie pusht. Die Resultate einer Twitter-Suche nach balsamiq (rund 30 in den letzten 24 Stunden) sind auf jeden Fall vielversprechend.
Nett und wohl auch wichtig für Social-Media-Marketing ist auch, dass sie einem einen Workaround aufzeigen, wie man gratis arbeiten kann, nämlich mit ihrem Demo-Tool, dann natürlich mit gewissen Einschränkungen.
Weniger cool wird’s allerdings bei dem Satz: IMPORTANT: due to the large volume of requests we have been receiving lately, we cannot promise we’ll answer every email. We try our best, but please be understanding if you don’t hear back from us. Das geht natürlich nicht. Wenn man sich für ein «händisches» Verfahren, also Einzelfallprüfung via E-Mail, entscheidet, muss man es auch schaffen, die eingehenden Mails zu bewältigen, sonst ist es der falsche Ansatz, und man sollte eher auf etwas Automatisiertes umsteigen (wie 30-Tage-Trials).
Warum der Ansatz generell der Metrik nach funktionieren kann, ist ganz einfach: Es gibt viele Leute, vor allem in Firmen natürlich, für die $79 es nicht wert sind, eine Mail zu schreiben, zu warten etc. — weil nämlich ihr Stundensatz dafür zu hoch ist. Studenten rechnen in der Regel nicht so, weil die ihren Stundenlohn unbewusst mit 0.- ansetzen. (Die Realität ist etwas komplizierter, aber das führt hier zu weit.)
Man könnte wohl auch eine Promo machen, bei der man etwas gratis bekommt, wenn man eine Stunde lang alle 2 Sekunden lang irgendwo drauf klickt. Prompt müssten alle Leute, die ihren Stundensatz deutlich niedriger ansetzen als den Preis des Produkts, klicken, und die anderen müssten kaufen. Natürlich gibt es da noch die unselige Geiz-ist-geil-Schnäppchenjäger-Mentalität, aber manche hellen Köpfe durchschauen die und verhalten sich halbwegs ökonomisch. – Ich glaub, das mit der «Schenk uns Deine Zeit»-Promo mache ich mal für einen Kunden, auf Facebook oder so. Ist doch eine ganz okaye Idee.
Zurück zu Balsamiq, habe denen jetzt mal gemailt und bin gespannt.
Finde die Liste durchaus nicht zu lang, gemässt der Liste kann relativ gut selbst einschätzen, ob man eine Gratislizenz bekommt oder nicht, das setzt einerseits die richtige Erwartung andererseits sollte das auch das Emailaufkommen mit Anfragen in Schranken halten.
Toll an Peldi von Balsqamiq ist, dass er eingehend auf Kundenfeedback eingeht und die Leute der Community gezielt in die Entwicklung neuer Features einbezieht: http://community.balsamiq.com
Auch kommunizieren die Leute von Balsamiq sehr offen, auch der Umsatz ist kein Geheimnis: http://balsamiq.com/blog/…a-look-back-at-2009/
Ich bin jedenfalls dank dem tollen Produkt und der super Kommunikation ein grosser Fan von Balsamiq geworden.
OK, “nicht zu lang” kann ich so akzeptieren. Ist halt die Frage, wie genau man lesen mag. Ich finde aber, besser darstellen könnte man es allemal.
Egal wie viele Möglichkeiten es gibt, das Tool gratis zu bekommen. Es ist die 79 Dollar auf jeden Fall wert. In Zusammenarbeit mit Napkee kann man eine ganz tolle Online-Demo für Kunden zusammenstellen, welche sich dann als HTML-File hochladen lassen.