Twitter-Accounts: «Toll, ein anderer macht's» ist nicht ratsam

@blickamabendAls Unternehmen kann man sich entscheiden, ob man twittern will oder nicht. Leider ist es aber auch nicht egal, wenn man sich entscheidet, es nicht zu tun. Denn dann ist die Gefahr gross, dass es einfach jemand anders macht.

Schauen wir ein paar Twitter-Accounts von Schweizer Medientiteln an. Diese lassen sich in drei Gruppen einteilen.

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Von Redaktion/Verlag kontrolliert, wie man es erwartet:

Gehört jemand ganz anderem:

Sehen «regulär» aus, gehören aber Privatleuten:

Das perfide daran ist, dass eine Privatperson natürlich niemals so fleissig sein könnte wie eine ganze Redaktion. Der Betreiber von heute.ch konnte also damals unmöglich tun, als sei er das mit der Gratiszeitung (Vorläuferin vom «Blick am Abend», bis Juni 2008).

Was es bedeuten kann, wenn eine Privatperson für einen Medienkonzern twittert, musste CNN erfahren. Unter dem Twitternamen @cnnbrk twittert der Nutzer James Cox höchst erfolgreich. Er tat dabei nichts anderes, als den (frei zugänglichen) RSS-Feed in das vermeintliche CNN-Twitterprofil einzubinden. Kurz bevor James Cox mit seinem Dienst eine Millionen Follower erreichte (und sich dabei einen harten Wettkampf mit Schauspieler Ashton Kutcher lieferte), übernahm CNN den Account für eine kolportierte Summe von bis zu einer Millionen Dollar. Der “originale” Twitteraccount @cnn hatte zu diesem Zeitpunkt nur vergleichsweise mickrige 64.000 Follower.

Es gibt natürlich wohlmeinende Privatpersonen, die einfach nur den Feed der Zeitung in den Fake-Account einbinden. Aber warum sollten diese Privatpersonen nicht vom guten Ruf des Medientitels profitieren und Links zu Werbung oder gar Spam- und Pornografieseiten setzen? Auf solch eine Negativ-PR kann wohl jede Zeitung gut verzichten.

Der Bürowand-Spontispruch «Team = Toll, ein anderer macht’s» ist also hier ziemlich gefährlich.

[Update] Der Account @wochenzeitung gehört ebenfalls nicht der Redaktion (Danke an @Bugsierer für den Hinweis).

 

8 Kommentare

  1. bugsierer sagt:

    der hier gehört auch nicht der redaktion:
    https://twitter.com/wochenzeitung

  2. Martin sagt:

    Habt Ihr eigentlich schon versucht, http://twitter.com/blogwerk zu beanspruchen?

    Markenrechtlich besteht eine solide Anspruchsgrundlage.

  3. Patrick Mollet sagt:

    Auch IT-affine Verlage wie die @netzwoche schaffen es nicht, so dass auf privater Basis unter @netzticker immerhin der News-Feed via Twitter verbreitet wird!

  4. Patrick Mollet sagt:

    Dito für @persoenlichcom ;-)

  5. Nico sagt:

    @nzz gehört so viel ich weiss auch @mario.

  6. @Martin: Hab soeben nochmal ein Ticket eröffnet. Hatten wir schon mal, damals ohne Erfolg. Könnte mir aber vorstellen, dass die Supportprozesse seitdem besser geworden sind.

    Danke an alle für den Input. Das müssen wir nochmal aufbereiten.

  7. So, im vierten Anlauf hab ich’s geschafft, @blogwerk freizukriegen. Danke, Martin, für den Anstoss.

  8. Martin sagt:

    Gern geschehen, höchst erfreulich! :)

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