SEO-Tipps: Die Basics der Suchmaschinenoptimierung

Vom Keyword zur Konversion – wer übers Internet Kunden gewinnen will, muss Google seinen Webauftritt schmackhaft machen. Worauf es bei der Suchmaschinenoptimierung ankommt, verrät uns ein Profi im Interview.

Domain, URLs, Keywords oder Positionierung: Die Liste der SEO-Stichwörter ist lang und unübersichtlich. Wir haben darum den SEO-Experten Beat Muttenzer von Yourposition gebeten, uns im ersten Teil unseres Interviews einen Überblick über die einfachsten Optimierungsschritte zu geben. Dann klappts auch mit der Suchmaschine.

 

Worum muss ich mich kümmern, wenn ich per Google gefunden werden will? Suchenmaschinenoptimierung besteht aus drei Teilbereichen. Bei der Technik geht es darum, wie mein Server funktioniert, um meinen URL-Aufbau und mein CMS. Inhaltlich ist relevant, was ich schreibe, wie ich schreibe, und wie ich meine Produkte und Dienstleistungen bezeichne. Als drittes geht es um die Verlinkung. Sind meine Inhalte intern, also über Sitemap oder Crosslinks untereinander verlinkt? Und die externe Seite: Verlinken mich andere Unternehmen, meine Lieferanten, mein Branchenverband, meine Kunden oder andere? Links vermitteln der Suchmaschine meine Autorität, je mehr passende Links, desto besser.

(Artikelbild: istockphoto.com)

Fangen wir doch ganz oben an, in der Adressleiste. Was ist wichtig bei URLs und brauche ich für den Schweizer Markt eine .ch-Domain? Wenn ich im Schweizer Markt tätig bin, habe ich einen Vertrauensbonus aus Userwahrnehmung, wenn ich eine .ch-Domain besitze. Aus Kommunikationssicht macht dies also Sinn. Google und Bing leiten aus der Domainendung ausserdem einen Zielmarkt ab. Darum erhalte ich in der Schweiz mit einer .ch-Domain eine bessere Position in den Suchergebnissen als mit einer .com-Domain.

Dann sollte ich solche Domains meiden? Ich kann der Suchmaschine mitteilen, dass ich zwar eine .com-Domain habe, mich aber auf den Schweizer Markt konzentriere. Mit den Google Webmaster Tools oder dem Pendant von Bing kann ich ein geografisches Ziel definieren. Dann ist das Suchresultat wieder gleichwertig.

Wie wähle ich die richtige Adresse? Grundsätzlich macht es Sinn, dass die Domain möglichst kurz ist. Sie ist lesbarer, lässt sich einfacher merken und wird als Suchresultat bei Google besser dargestellt. Es empfiehlt sich auch, dass die Domain keywordhaltig ist. Habe ich eine Schreinerei, wähle ich beispielsweise besser «schreinerei-mueller.ch» als «mueller-ag-aarau.ch».

Angenommen, ich habe mein Domain schlecht gewählt. Sollte ich wechseln? Wenn man eine Domain schon länger besitzt, sollte man diese unbedingt behalten. Auch wenn sie nicht ideal ist, ist sie doch bekannt und verlinkt. Eine neue Domain hat diese Vorschusslorbeeren nicht.

Kommen wir zum Inhalt meiner Website. Worauf muss ich achten? Man sollte vermitteln was man kann und was man anbietet. Das lieber klar und deutlich als mit hochpoliertem, wenig aussagekräftigem Prospektdeutsch. Dazu muss ich wissen, was meine Begriffswelt ist und wie die Kunden nach meinen Produkten oder Dienstleistungen suchen. Ein Problem, das wir oft sehen, ist eine Kluft zwischen Innensicht und Aussensicht. Beispiel: Wir hatten letztens eine Anfrage eines Anbieters von Hauselektronik, Verkabelung und Vernetzung von Eigenheimen. Da stand auf der ganzen Website nirgends, dass sie Haustechnik machen. Genauso gibt es eine grosse Schweizer Krankenkasse, die sich «Gesundheitsorganisation» nennt. Potentielle Kunden suchen aber nach einer Krankenkasse.

Wie finde ich denn die Begriffe, die auf meine Website gehören? Die Startfrage ist idealerweise: Warum habe ich eine Website? Zum Beispiel, um meine Produkte zu verkaufen oder meine Dienstleistung unter die Leute zu bringen. Ich überlege also, was für potentielle Kunden relevant ist und mit welchen Begriffen sie danach suchen. Messen mit Google Analytics oder Searchmetrics ist die Voraussetzung, um zu wissen wo ich stehe. Ich sehe, woher meine Besucher kommen und welche Keywords mir welchen Traffic gebracht haben. Hier gibt es eine Faustregel: Für eine B2B-Website sind 25 bis 35 Prozent an Suchmaschinentraffic ein guter Wert, bei einer B2C-Website sollten es 35 Prozent oder mehr sein.

Wie erfahre ich meine Positionierung? Ergänzend zu Google Analytics sagen mir die Webmaster Tools, wie Google meine Website sieht. Ich verifiziere mich als Betreiber und erfahre, bei welchen Suchanfragen ich eingeblendet wurde. So sehe ich auch, wo ich nicht geklickt wurde, was sehr lehrreich sein kann.

Was sollte man bei SEO vermeiden? Eitelkeits-Keywords. Hier befinden der Chef oder der Marketingleiter, dass sie mit dem Begriff «XY» auf Platz eins der Suche landen wollen. Dann wird optimiert, aber man stellt fest, dass man gar nicht das gewünschte Publikum anzieht. Es empfiehlt sich, immer zuerst zu überprüfen ob ein Keyword etwas bringt. Ich will potentielle Kunden, nicht einfach nur Besucher.

Traffic allein macht also nicht glücklich. Man sollte sich lösen von der Optik, es gäbe zehn Keywords, die alles abdecken. Stattdessen sollte man überlegen, welche Rolle die eigenen Keywords haben. Sind es solche, die vor allem Traffic bringen oder gibt es andere Keywords, die weniger Traffic liefern, aber dafür jedes Mal konvertieren, also eine gewünschte Handlung auslösen? Zum Beispiel eine Bestellung oder das Ausfüllen eines Kontaktformulars.

Wie gehe ich am besten vor, wenn ich mich für SEO interessiere? Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, stellt schnell fest, wie viel Material es dazu gibt. Trotzdem ist es gut möglich, sich einzulesen. Es gibt dafür ein paar Startpunkte. Zum Beispiel bietet Google eine Einführung in die Suchmaschinenoptimierung an, das ist ein dreissigseitiges PDF, das im Kern alles Wichtige umfasst. Ebenfalls von Google ist die Webmasterzentrale mit einer grossen Hilfedatenbank zum Thema SEO, es gibt ausserdem ein Blog zu den Neuerungen und YouTube-Videos zu typischen SEO-Fragestellungen.

Was empfiehlst du sonst? Es gibt natürlich eine Reihe von Büchern zum Thema. Nachhaltig beeindruckt hat mich The Art of SEO, das ein Standardwerk ist, sich aber eher für Fortgeschrittene eignet. Unbedingt zu empfehlen ist das englischsprachige Blog searchengineland.com. Ein gutes deutsches Blog ist internetkapitaene.de, das auch etwas allgemeinverständlicher daherkommt.

Beat Muttenzer ist Geschäftsführer der auf Suchmaschinenmarketing spezialisierten Agentur Yourposition und beschäftigt sich seit 2004 mit SEO, Google AdWords und Web Analytics. Zuvor hat er als Onlinebuchhändler und E-Business-Projektleiter breite Erfahrungen im Online-Marketing gesammelt und war Geschäftsleiter einer Non-Profit-Organisation.

 

(Artikelbild: istockphoto.com)

 

2 Kommentare

  1. Janine sagt:

    Sehr gutes Interview! Das ist genau das richtige für Kunden, die schon mal von Suchmaschinenoptimierung gehört haben und mehr wissen wollen.

  2. Danke für den super Artikel. Der ist wirklich hilfreich!

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