Bei Blogwerk haben wir den internen Microblogging-Dienst Yammer mit dem «Konkurrenten» von Salesforce abgelöst. Chatter heisst der neue Nachrichtendienst.
Wie Jan vor einiger Zeit beschrieben hat, lief ein Teil der internen Kommunikation bei Blogwerk bisher über Yammer. Yammer wurde 2008 als sogenannter Microbloggingdienst gegründet und galt als erste Social Media Lösung im Business Bereich. Im vergangenen Juni 2012 wurde Yammer von Microsoft aufgekauft. Der Fokus der Anwendung liegt auf dem Teilen von Infos, Dokumenten und Wissen; sie unterstützt die Kommunikation und die Zusammenarbeit. Der Vorteil eines solchen Netzwerkes ist vor allem, dass alles schriftlich hinterlegt und abrufbar ist.
Die richtigen Tools und die richtige Anzahl an Tools
Yammer hat sich für uns bewährt und wurde viel genutzt. Nun ist die Ausgestaltung der IT-Landschaft eines Unternehmens nicht nur eine Frage der richtigen Tools, sondern eben auch der optimalen Anzahl eingesetzter Instrumente. Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit der CRM-Applikation Salesforce. Nebst dem eigentlichen Kundenbeziehungsmanagement erledigen wir mit Salesforce Projekt- und Aufgabenplanung. Die Überwachung der Marketingaktivitäten, neuer Aufträge oder Umsätze läuft ebenfalls in der browserbasierten Anwendung. Salesforce Chatter ist in Salesforce integriert und bietet die gleichen Funktionalitäten, die wir bisher nutzten – also quasi Yammer in und für Salesforce. Chatter kann allerdings auch als eigenes Feature ohne Salesforce-Userlizenz genutzt werden. Nach einer kurzen Evaluation haben wir uns deshalb entschlossen, Yammer mit Chatter zu ersetzen.
Chatter und Salesforce-Objekte
Alle Objekte in Salesforce (Kontakte, Projekte, Cases…) können via Chatter besprochen werden. Diese Funktionalität nutzen wir regelmässig, um den aktuellen Stand oder Fragen festzuhalten. Man hat die Möglichkeit, andere Mitarbeitende in einem Kommentar zu erwähnen. Das löst eine E-Mail aus und der Angesprochene sieht die Aktualisierung sofort. Man kann Texte, Dateien und Links teilen, ebenfalls sind Abstimmungen und Umfragen möglich. Neben diesem objektbezogenen Chatterfunktionen dient der «globale» Chatter als «normales» soziales Netzwerk im Unternehmen – die Funktionalitäten sind wirklich sehr gut mit Facebook vergleichbar. Chronologisch sortiert werden die Nachrichten in einer Timeline publiziert. Ein oft genutztes Feature bei uns sind die Gruppen, die dann zum Beispiel als Sammelstelle von Ideen oder Problemen funktionieren, bei uns zum Beispiel «Ideen für neue Features im SMK».
E-Mail-Benachrichtigungen erleichtern die Arbeit
Besonders angenehm finde ich die Möglichkeit, tägliche Auszüge per E-Mail zu erhalten. Ich erhalte damit eine übersichtliche Darstellung der laufenden Projekte, bei denen sich was geändert hat. Auch Meldungen in denen ich erwähnt wurde, die beantwortet wurden, oder von Objekten die mir zugewiesen worden sind, erhalte ich jeweils eine Benachrichtigung per E-Mail. Natürlich können die gewünschten E-Mails einzeln konfiguriert resp. abbestellt werden. Im Alltag stellt auch die Bedienung des Tools keine grossen Hürden. Personen werden simpel mit einem «@» vor dem Nutzernamen angesprochen. Eigene Nachrichten können gelöscht werden, Gruppen lassen sich beliebig erstellen. Wer sgar mit Facebook zu Recht kommt, wird mit Chatter keine Probleme haben.
Etwas günstiger und integriert
Die Preise für Yammer und Chatter sind ungefähr gleich: Es gibt jeweils Free-Lizenzen und 15$/User/Month Lizenzen mit erweiterten Funktionen. Nutzt man den Chatter innerhalb von Sales Cloud, Service Cloud, oder Force.com, hat man alle Funktionen gratis zur Verfügung. Für uns entfallen also Lizenzkosten, wenn wir auf Yammer verzichten. Ein klarer Vorteil ist die Integration in unsere bestehende CRM-Applikation. Wir brauchen ein Tool weniger, haben die Daten zentral und jeder von uns erhält weniger Benachrichtigungs-Mails. Bisher konnten wir alle Anwendungsszenarien mit Chatter abdecken. Mir persönlich gefällt das Design vom Chatter besser und ich finde es übersichtlicher.
Viel Kommunikation mit geringem Aufwand
Wer sich denkt, Social Media habe im Business nichts verloren, sollte unbedingt Chatter ausprobieren und darauf achten, wie viel wichtige Kommunikation so einfach nebenbei erfolgt – ohne grossen Zeitaufwand. Ob Yammer oder Chatter sei dahin gestellt – sicher vorteilhaft ist, wenn man nur wenig verschiedene Software braucht und möglichst alles mit einem System zu lösen versucht. Wer nun nach diesem Artikel den Eindruck hat, bei uns sei es mucksmäuschenstill, da alle Kommunikation über irgendwelche Tools digital abgehandelt wird, darf gerne mal vorbeikommen…es gibt zum Glück meist was zum Reden oder Lachen.
PS: Dieser Artikel ist kein direkter Vergleich zwischen den zwei Diensten. Falls doch gefragt, hier ein Artikel dazu bei Aspiratech und einer bei Forbes.

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