In den Studios von SRF fand gestern die TEDx 2012 Zürich statt. Die Überraschung für mich als «TEDx Virgin»: Viel mehr Roboter und geeky Stuff als erwartet.
20 Redner haben gestern an der TEDx Zürich ihre Ideen vorgetragen – von der Stadtplanung für Fahrräder über Architektur gewordene Musik bis hin zu der Frage, wie die Sicherheit von medizinischem Personal in Krisengebieten sichergestellt werden kann. Und tatsächlich haben es die Organisatoren geschafft, dass ein Tag mit 20 Vorträgen spannend und kurzweilig blieb. Dahinter steckt sehr viel Engagement und sehr viel Arbeit – danke dafür!
Mir selbst haben die «Roboterbeiträge» am meisten Spass gemacht: Die Science Fiction-Filme aus meiner Kindheit werden langsam Realität.
Mikroroboter ins Auge
Bradley Nelson von der ETH Zürich ist auch gleich mit einer Reminiszenz eingestiegen: Mit einem Ausschnitt aus «Die phantastische Reise» veranschaulichte er seine Forschungsarbeit: Schwimmroboter in Mikrometer-Grösse herzustellen, die durch’s Auge in den Körper gelangen und dort Medikamente an bestimmte Zellen transportieren. Im Moment arbeitet er vor allem an der Frage, wie der Antrieb dieser Roboter gebaut werden müssen – dabei orientiert er sich an der Fortbewegungsweise von Bakterien. (Hier ein YouTube-Clip aus «Die phantasische Reise» – ein fantastischer Film!)
Fliegende Roboter, die sehen können
Bewegung ist auch das Thema von Davide Scaramuzza, der sich mit «autonomous, vision-controlled micro flying robots» beschäftigt. Kleine Helikopter, die selbständig fliegen und dabei ihre Umgebung «sehen». In Echtzeit kartographieren diese Fluggeräte ihre Umgebung, bestimmen ihre Position und navigieren selbständig. Mehr dazu auf sfly.org und hier im Video.
Maschinen mit dem Gehirn steuern
Behinderten Menschen Bewegung wieder zu ermöglichen ist das Ziel von José del R. Millán von der EPFL in Lausanne. Sie sollen über ihr Gehirn Maschinen steuern können – etwa einen Rollstuhl. Fünf bis 10 Jahre, schätzt Millan, dauert es noch, bis solche Technologien zur Marktreife gelangen – bis dahin muss die Sicherheit in allen Situationen sichergestellt werden.
Mehr Pausen!
Neugierige Menschen, die mit Leidenschaft ihre Ideen vertraten und hart an deren Realisierung arbeiten – solche Leute gab’s an der TEDx auch in jeder Pause zu finden. Wie immer bei solchen Veranstaltungen finde ich die Begegnung mit anderen Teilnehmenden mindestens gleich spannend und gewinnbringend wie das Bühnenrogramm. «Mehr Interaktion» wäre deshalb mein Wunsch an zukünftige Ausgaben solcher Veranstaltungen. Das gewählte Format der 15- 20minütigen Talks und die Auswahl der Vortragsredenden machten die TEDx zu einem kurzweiligen Infotainment-Anlass. Das wahre Potenzial in den Studios von SFR blieb aber ungenutzt – 500 kritische, kreative, und diskussionsfreudige Köpfe im Publikum. In diesem Sinne war die TEDx 2012 eine gelungene Veranstaltung – bloss die Pausen könnten länger sein.
Weitere Berichte zur TEDx Zürich 2012:
Tagesschau von SF Schweizer Fernsehen
Philippe Wampflers Rückblick
Die Berichterstattung von Amazee Labs in vier Teilen
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet
Diskussionen und Gespräche auf Twitter

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Da bin ich mal wirklich gespannt bis wann alles realität ist, wenn ich mir vorstelle was in manchen Filmen aus den 80ern als Zukunft gesehen wurde und jetzt wirklich schon normal ist ! Erschreckend !