Bildersuche, mal umgedreht

Tooltipp: Umgedrehte Bildersuche lässt user generated content auf Echtheit checken und hilft Fotografen dabei, die legale Verwendung ihrer Bilder sicherzustellen.

Der Hurrikan Sandy stellte viele Redaktionen vor ein Problem. Eifrige Leserreporter schickten den Journalisten spektakuläre Bilder von den Verwüstungen. Dasselbe auf Twitter und anderen Plattformen, auch hier kursierten Fotos. Nur: zahlreiche Bilder waren nicht echt. Viele machten sich einen Spass daraus, gefälschte Fotos in Umlauf zu bringen.

Im Angebot etwa folgende Sujets: Ein Mann, der seinen Hund durchs hüfthohe Wasser trägt, ein Taucher in der überfluteten U-Bahnstation Times Square oder eine Robbe, die sich in die Strassen Manhattans verirrt hat. Wer als Medium – egal ob Blog oder Zeitung – einen gewissen Qualitätsanspruch hat, kann solche Bilder nicht ungeprüft übernehmen und als authentisch ausgeben. Aber wie lässt sich die Echtheit solcher Schnappschüsse rasch prüfen?

«Reverse Image Search», zu deutsch vielleicht umgedrehte Bildersuche, hilft hier weiter. Die traditionelle Suchmaschinenfunktion ist bekannt. Zu Stichworten liefert sie mehr oder weniger passende Bilder.

Weniger bekannt ist die Möglichkeit, eine Suchmaschine mit einem Bild zu füttern. Als Ergebnis spuckt diese alle weiteren Vorkommen des Sujets aus, also Webseiten, auf denen das Bild zu finden ist. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob Quellenangaben stimmen oder ein Foto zum angegebenen Zeitpunkt entstanden sein kann oder bereits älter ist. So lässt sich innert Sekunden feststellen, dass alle drei obigen Beispiele Schwindel sind. Etwa der Mann, der seinen Hund durch die Fluten trägt: Das Bild gibt es, es stammt jedoch aus den Philippinen, vom Tropensturm Washi 2011. Natürlich ist ein Nichtauftauchen der Bilder in der Suche kein Garant für Echtheit. Sie ersetzt kein weiteres Fact Checking, insbesondere eine Kontaktaufnahme mit dem Urheber eines Fotos. Dreiste Fälschungen kann sie aber schnell entlarven.

Mehrere Anbieter erlauben die umgedrehte Bildersuche, darunter Google (search by image) und tineye.com. Bei beiden kann der Nutzer wahlweise ein Bild hochladen oder eine Bild-URL ins Suchfeld kopieren. Bei Google ist die Funktion etwas versteckt – erst ein Klick auf das Kamerasymbol in der Eingabe führt hin.

Reverse image search lässt sich nicht nur verwenden, um die Echtheit von Bildern zu überprüfen. Zum Beispiel: Professionelle Fotografen können damit überprüfen, ob ihre Bilder von fremden Websites unlizenziert verwendet werden. Weitere Hinweise zum Thema Bildverwendung im Internet finden Sie übrigens in unserem gleichnamigen Whitepaper.

(Bild: iStockphoto.com)

 

Ein Kommentar

  1. Mathias Vettiger sagt:

    Eine witzige Sekundärfunktionalität dieser umgedrehten Suche: Ein Bild von sich selbst oder einem Bürokollegen hochladen und damit Doppelgänger suchen.

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