Corporate Blogs: Was meinen Sie eigentlich?

Meinungen und Standpunkte sind das Salz der publizistischen Suppe. PR-Fachleute tun sich in der Unternehmenskommunikation aber häufig schwer damit. Eine vergebene Chance und viel Langeweile.

Mit einem Corporate Blog wird ein Unternehmen zu einem Medienhaus, und muss sich überlegen, wie es die gewünschte Aufmerksamkeit erzielt. Die «Breaking News», die Primeurs, überlässt man am besten den Organisationen, die sich mit 24 Stunden-Redaktionen und einem Korrespondenten vor Ort darum kümmern. Vermutlich lohnt es sich als Unternehmen nicht, mithalten zu wollen; erstens weil die anderen schneller sind, und zweitens weil diese Art von News zu Commodities wird, die an jeder Ecke feilgeboten werden – wenig Gelegenheit, sich zu profilieren.

Eine Meinung zu haben lohnt sich

Daneben bleibt aber ein weites Feld von Möglichkeiten, um Relevanz für mein Publikum herzustellen. Der ganze Bereich der meinungsäussernden Darstellungsformen im Journalismus gehört dazu – etwa der Leitartikel, der Kommentar, die Kritik, die Glosse oder die Kolumne. Diese Textsorten stellen die Meinung des Schreibenden in den Mittelpunkt, basierend auf Fakten und Wissen, aber aus subjektiver Sicht des Einzelnen.

Meinungen informieren über Standpunkte, geben Bewertungen ab und teilen mit, was die Einstellung des Schreibenden ist. Im Dialog nutzen wir die Meinung des Gegenübers, um den eigenen Standpunkt zu überprüfen, weiter zu entwickeln und allenfalls Dinge neu oder anders zu beurteilen. Eine Meinung, basierend auf Wissen und Erfahrung, zu äussern, hilft meinem Gegenüber im besten Falle, die Welt ein Stück besser zu verstehen. » mehr

C36daily neu im Publikationsportfolio der Blogwerk AG

Seit 2009 liefert der C36daily-Newsletter jeden Tag die wichtigsten ICT-Pressemeldungen in die Inbox von Tausenden von Abonnenten. Am 1. November haben wir den Newsletter als eigenständige Publikation übernommen.

C36daily ist der Schweizer Pressespiegel: Jeden Tag, pünktlich um acht Uhr morgens, informieren sich Tausende von ICT-Entscheidunsgträger mit dem Newsletter über die neuesten Meldungen der in- und ausländischen Presse.

Zusammen mit der Messeveranstalterin Exhibit & More AG hat Blogwerk den Newsletter 2009 konzipiert und an den Start gebracht – als Kommunikationsmittel der aiciti, der Messe für Informatik und Internet. Die Anforderung war, mit den Messebesuchern zwischen den Messen in Kontakt zu bleiben – und zwar auf eine Art und Weise, die für den Messebesucher echten Mehrwert stiftete. Oder um ein aktuelles Buzzword zu bemühen: Der C36daily ist eine Content Marketing-Massnahme im besten Sinne (auch wenn es damals noch nicht so hiess).

Die grosse Akzeptanz des Newsletters bei der Zielgruppe macht ihn auch für Werbekunden attraktiv. Sponsoring-Möglichkeiten und innovative Werbeformate wie die Textanzeigen für Selbstbucher tragen dazu bei, die Kosten der Redaktion zu decken. Nachdem Exhibit & More AG 2011 beschloss, die aiciti-Messe nicht mehr durchzuführen, stellte sich die Frage, wie es mit dem Newsletter weitergeht. Wir bei Blogwerk freuen uns, dass wir gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben: Die Verantwortung für den Newsletter ging per 1. November 2012 an uns über und wir führen den Newsletter auf eigene Rechnung weiter. Der C36daily wird zu einem Teil der erfolgreichen Gruppe von Publikationen der Blogwerk AG.

Wie bereits zu bemerken war: Der Newsletter wird auch in Zukunft an jedem Wochentag pünktlich um acht Uhr in die Inbox der Abonnenten geliefert. Das bewährte Konzept wird beibehalten und wir präsentieren jeden Morgen die wichtigsten Meldungen aus der Branche. Wir freuen uns, den C36daily in unser Portfolio aufnehmen zu können – und bedanken uns bei der Exhibit & More AG für die jahrelange tolle Zusammenarbeit. Und natürlich bei den C36daily-Abonnenten: Vielen Dank fürs Mitlesen.

PS: Wer noch nicht Abonnent ist – hier geht’s zur Anmeldung.

Little Bird: Beeinflusser und Experten in meiner Branche einfach finden

Little Bird ist ein neues Tool, mit dem ich Experten und Influencer zu einem bestimmten Thema im Social Web einfach finden kann. Ein erster Test zeigt die Nützlichkeit als Ideenquelle für Content Marketer.

«Influencers» haben durch Social Media-Kanäle einen ganz eigenen Status erhalten: Menschen, die auf Twitter, Facebook oder Google+ ein grosses Publikum haben, einen exzellenten Ruf geniessen, deren Wort (bzw. Tweet) etwas zählt und die damit zum Erfolg eines neuen Produkts oder eines Startups beitragen können. Das Problem: Wie finde ich als Marketing- oder Kommunikationsverantwortlicher diese Menschen und Organisationen? Wie es Little Bird-Gründer und CEO Marshall Kirkpatrick gegenüber Wired ausdrückte:

«They all wanted to know who they should have on their radar when it came to the social web.»

Little Birds Versprechen ist simpel: Der Service will für jedes beliebige Wissensgebiet die Top-Experten finden, weltweit oder für einen bestimmten Ort. Little Bird stellt dabei vor allem auf Twitter ab und will nicht nur die wichtigsten Influencer finden, sondern auch die Leute, die den Influencers als Quelle dienen. Wie immer werkeln geheime Algorithmen unter der Motorhaube, die meinen Sachverstand um Welten übersteigen. Also belassen wir es dabei, die Resultate zu bewerten. » mehr

TEDx Zürich: Von Robotern und anderem Science Fiction

In den Studios von SRF fand gestern die TEDx 2012 Zürich statt. Die Überraschung für mich als «TEDx Virgin»: Viel mehr Roboter und geeky Stuff als erwartet.

20 Redner haben gestern an der TEDx Zürich ihre Ideen vorgetragen – von der Stadtplanung für Fahrräder über Architektur gewordene Musik bis hin zu der Frage, wie die Sicherheit von medizinischem Personal in Krisengebieten sichergestellt werden kann. Und tatsächlich haben es die Organisatoren geschafft, dass ein Tag mit 20 Vorträgen spannend und kurzweilig blieb. Dahinter steckt sehr viel Engagement und sehr viel Arbeit – danke dafür!

Mir selbst haben die «Roboterbeiträge» am meisten Spass gemacht: Die Science Fiction-Filme aus meiner Kindheit werden langsam Realität.

Mikroroboter ins Auge

Bradley Nelson von der ETH Zürich ist auch gleich mit einer Reminiszenz eingestiegen: Mit einem Ausschnitt aus «Die phantastische Reise» veranschaulichte er seine Forschungsarbeit: Schwimmroboter in Mikrometer-Grösse herzustellen, die durch’s Auge in den Körper gelangen und dort Medikamente an bestimmte Zellen transportieren. Im Moment arbeitet er vor allem an der Frage, wie der Antrieb dieser Roboter gebaut werden müssen – dabei orientiert er sich an der Fortbewegungsweise von Bakterien. (Hier ein YouTube-Clip aus «Die phantasische Reise» – ein fantastischer Film!) » mehr

Social Media und Content: Vergiss den Neukunden

Für wen erstellen wir Content für Blogs, Facebook oder Twitter? Die Antwort: Für alle möglichen Kommunikationspartner, bloss nicht für neue Kunden.

Die Erklärung dazu liegt auf der Hand: Social Media sind Netzwerke und Netzwerke bestehen aus Verbindungen zu uns bekannten Menschen. Diese Menschen wollen wir dazu anregen, unsere Botschaften weiterzutragen und über uns zu reden. Wenn wir Inhalte erstellen, tun wir das immer für Leute, die wir schon kennen – in der Hoffnung, dass sie uns und unsere Inhalte weiterempfehlen und so noch unbekannte Menschen auf uns aufmerksam werden. Und dann vielleicht irgendwann zu Kunden werden.

Das heisst, unsere Blogartikel, Facebook-Posts oder Tweets müssen vor allem von den Leuten geschätzt werden, die wir schon kennen – die unseren Newsletter abonniert haben, unsere Facebook-Page verfolgen oder zu unseren Twitter-Followern gehören. Diese Menschen lassen sich für ein Unternehmen in der Regel einfach in verschiedene Gruppen einteilen – wenn auch nicht immer ganz überschneidungsfrei:

  • Die stärksten Verbindungen hat ein Unternehmen in der Regel zu den eigenen Mitarbeitenden. Das ist eine Gruppe, die uns nahe steht, mit der wir häufig Kontakt haben und die – davon gehen wir im positiven Falle aus – auch gerne über ihr Unternehmen reden und diskutieren. Nicht zu vergessen sind dabei die ehemaligen Mitarbeitenden – eine sehr wichtige Gruppe!
  • Daneben haben wir Lieferanten, Dienstleister und andere Partner – häufig langjährige und enge Verbindungen. Man kennt sich und ist aufmerksam gegenüber den Aktivitäten des anderen.
  • Kunden und Klienten gehören natürlich auch zu unserem Netzwerk, die Kontakthäufigkeit liegt aber vielfach schon etwas tiefer.
  • Viele Unternehmen haben auch ein Netzwerk von Fans und Interessierten; Menschen, die unsere Aktivitäten kritisch-wohlwollend, aber immer sehr interessiert verfolgen.

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